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Jahresrückblick 2024: das Jahr der Entkopplung

Verwaltung eigenständig, Datenbank getauscht, eine App gebaut, angefangen zu schreiben. Was funktioniert hat, was liegen geblieben ist und was ich mir für 2025 vornehme.

BlackZackBlackzack

1012 Wörter · 5 Min. Lesezeit

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Das Jahr hatte ein durchgehendes Thema, ohne dass ich es geplant hätte: Dinge auseinandernehmen, die zusammenhingen, ohne dass sie mussten.

Was passiert ist

Die Verwaltung wurde eigenständig. Eine eigene Anwendung, die die Datenbank direkt liest und den Bot über eine Warteschlange steuert. Seitdem kann ich nachsehen und handeln, auch wenn eine der anderen Anwendungen liegt.

Postgres raus, SQLite rein. Anderthalb Jahre nach der Erkenntnis, dass die große Datenbank nicht zu meiner Last passt. Ausschlaggebend waren nicht Leistungsdaten, sondern zwei Alltagsvorgänge: umziehen und mit echten Daten testen.

Eine App fürs Handy. React Native und Expo, bewusst mit wenig Funktionsumfang. Möglich geworden durch die saubere Schnittstelle vom Frühjahr.

Zugangsdaten verschlüsselt in die Datenbank. Die .env ist jetzt Startkonfiguration, nicht mehr Dauerablage. Ein Schlüsseltausch dauert Minuten statt eines Neustarts.

Angefangen aufzuschreiben. Zum fünften Mal vorgenommen, diesmal mit festem Ort, festem Format und einem Auslöser. Das ist der Punkt, bei dem ich am gespanntesten auf die Bilanz war.

Und eine Fantasy-Geschichte. Drei Kapitel, entstanden aus einer Schreibübung. Hat mein technisches Schreiben mehr verändert als jeder Ratgeber.

Die Bilanz beim Aufschreiben

Ehrlich: teilweise. Es sind über das Jahr rund zwei Dutzend Notizen entstanden, überwiegend nach Fehlersuchen. Die Regel „schreiben, wenn es weh getan hat" funktioniert.

Was nicht funktioniert hat, ist die Struktur. Die Notizen liegen in einem Ordner, sie sind nicht verlinkt, und ich finde sie nur, wenn ich mich an ein Stichwort erinnere. Für nächstes Jahr will ich das ordentlicher machen — mit Verweisen untereinander und einem Einstiegspunkt.

Aber: Es ist das erste Jahr seit fünf Rückblicken, in dem dieser Punkt nicht komplett offen ist. Das zählt.

Die Lektionen

Eine klare Grenze schafft Möglichkeiten, an die man beim Ziehen nicht denkt. Die Entkopplung der Verwaltung war als Absicherung gegen Ausfälle gedacht. Ein halbes Jahr später war sie die Grundlage für eine App.

Alltagsvorgänge sind bessere Argumente als Kennzahlen. Der Datenbankwechsel hat die Anwendung nicht schneller gemacht. Er hat einen Vorgang, den ich zwanzigmal im Jahr habe, von zwanzig Minuten auf eine Minute verkürzt.

Was man nicht austauschen kann, tauscht man nicht aus. Das gilt für Zugangsdaten wie für Abhängigkeiten. Wenn der Wechsel teuer ist, unterbleibt er — auch wenn er nötig wäre.

Unfertige Projekte brauchen eine Notiz, keine Entscheidung. Venator liegt eingefroren mit einem Vermerk, was der Stand ist. Das ist besser als Löschen und viel besser als schweigendes Liegenlassen.

Was offen bleibt

Der Zahlungsteil von Premium. Zweites Jahr in Folge. Die Struktur steht seit Frühjahr 2023.

Ein ordentlicher Sicherheitsdurchgang. Ich habe über das Jahr an mehreren Stellen etwas verbessert, aber nie systematisch alles durchgesehen. Es gibt Stellen, bei denen ich ahne, dass sie nicht in Ordnung sind.

Die Notizen ordnen. Siehe oben.

Was ich für 2025 sehe

Zwei Sachen zeichnen sich ab.

Erstens: Meine Seite soll mehr können als einen Blog. Ein Wiki, eine Ablage für Dinge, die ich nachschlage, ein Ort für Bilder und Downloads. Im Moment ist alles verstreut.

Zweitens: Ich merke, dass ich zu viele Systeme habe und keinen Überblick. Yurna mit drei Anwendungen, die Webseite, die App, dazu Server, Zugänge, Sicherungen. Für jedes einzelne weiß ich Bescheid, für das Ganze nicht. Ich hätte gerne einen Ort, an dem ich sehe, was läuft.

Die Umstellungen dieses Jahres im Vergleich

Drei größere Umbauten, und sie unterscheiden sich in einer Hinsicht, die ich erst beim Rückblick gesehen habe: wie lange der Nutzen gebraucht hat, um sichtbar zu werden.

Die Entkopplung der Verwaltung hat sich am selben Tag ausgezahlt — ich konnte zum ersten Mal nachsehen, während etwas kaputt war.

Der Datenbankwechsel hat sich beim ersten Umzug ausgezahlt, ein paar Wochen später. Vorher war er reine Aufräumarbeit.

Die Verschlüsselung der Zugangsdaten hat sich bis heute nicht „ausgezahlt", weil es keinen Vorfall gab. Ihr Wert ist die Abwesenheit eines Schadens, und den kann man nicht messen.

Die dritte Kategorie ist die, die am schwersten zu rechtfertigen ist — und die, bei der ich mir am sichersten bin, dass sie richtig war.

Was ich mir für den Umgang mit Vorsätzen mitgenommen habe

Das Aufschreiben hat nach vier gescheiterten Anläufen funktioniert, und der Unterschied war nicht mehr Disziplin.

Es waren drei konkrete Festlegungen: ein fester Ort, ein festes Format für die häufigste Sorte Notiz, und ein Auslöser, der nicht „wenn Zeit ist" heißt.

Diesen Dreiklang — Ort, Form, Auslöser — habe ich seitdem auf andere Vorhaben angewendet, und er trägt erstaunlich weit. Bei Sicherungen: fester Ablageort, festes Namensschema, nächtlicher Auslöser. Bei Prüfungen: fester Ablauf, feste Liste, Auslöser vor jeder Auslieferung.

Ein Vorsatz ohne diese drei Angaben ist eine Absichtserklärung. Mit ihnen wird daraus ein Ablauf, und Abläufe halten sich von selbst.

Was mich dieses Jahr am meisten überrascht hat

Zwei Beobachtungen, die ich vorher nicht gemacht hätte.

Wie schnell eine saubere Grenze neue Möglichkeiten schafft. Die Verwaltungsschnittstelle war als Absicherung gegen Ausfälle gedacht. Ein halbes Jahr später war sie die Grundlage für eine App, an die ich beim Bauen nicht gedacht hatte. Das ist mir in dieser Deutlichkeit zum ersten Mal begegnet.

Wie wenig Leistungsfragen tatsächlich zählen. Der Datenbankwechsel hat die Anwendung nicht schneller gemacht — die Datenbank war nie der Engpass. Was er gebracht hat, war ein einfacherer Alltag. Ich habe Jahre damit verbracht, über Geschwindigkeit nachzudenken, und der tatsächliche Gewinn lag jedes Mal woanders.

Der Blick nach vorn

Was sich für das kommende Jahr abzeichnet, hat weniger mit Funktionen zu tun als mit Ordnung.

Ich habe inzwischen mehrere Systeme, mehrere Server, mehrere Zugänge — und für jedes einzelne weiß ich Bescheid, für das Ganze nicht. Es gibt keinen Ort, an dem steht, was läuft, wo es läuft und wann zuletzt gesichert wurde.

Das ist der Zustand, in dem man bei einem Ausfall anfängt zu suchen, statt nachzusehen. Und es ist der Punkt, an dem ich im nächsten Jahr ansetzen will.

Zum Schluss

Das Jahr fühlt sich rückblickend ruhig an, obwohl viel passiert ist. Ich glaube, das liegt daran, dass fast alles davon Umbau war und nicht Neubau — und Umbauten sieht man nicht.

Was ich mitnehme: Ein System wird nicht dadurch besser, dass es mehr kann. Es wird dadurch besser, dass weniger davon gleichzeitig kaputtgehen kann.