Jahresrückblick 2025: das Jahr der eigenen Werkzeuge
Sicherheitsdurchgang, Wiki, Blog in die Datenbank, eigene Metriken, ein Verwaltungspanel. Und zum ersten Mal seit Jahren eine Bilanz, bei der die Vorsätze überprüfbar waren.
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Zum ersten Mal kann ich einen Rückblick schreiben, bei dem sich die Vorsätze vom Januar tatsächlich beantworten lassen. Das war die eigentliche Änderung dieses Jahres, und sie hat mehr bewirkt als jedes einzelne Projekt.
Die Bilanz der Ziele
Ziel 1: Sicherheitsdurchgang mit dokumentierten Befunden. Teilweise erreicht. Ich habe an mehreren Stellen Konkretes verbessert — Zugriffstoken verschlüsselt, die Herkunftsprüfung zentralisiert, Begrenzungen sauber aufgebaut. Was fehlt, ist die systematische Durchsicht mit einer Liste. Sie steht für nächstes Jahr an, und ich ahne, dass sie unangenehm wird.
Ziel 2: Notizen mit Struktur. Erreicht, wenn auch anders als gedacht — nämlich durch den Wiki-Bereich statt durch Ordnung im lokalen Ordner.
Ziel 3: Wiki mit mindestens zwanzig echten Einträgen. Erreicht. Seit Oktober online, und die Einträge sind welche, die ich selbst nachschlage.
Ziel 4: Ein Ort, an dem ich sehe, was läuft. Erreicht, seit Dezember. Das Panel ist jung, aber es beantwortet die Frage.
Drei von vier klar, eines halb. Das ist eine bessere Quote als in allen Jahren davor — und ich führe das ausschließlich darauf zurück, dass die Ziele einen Prüfpunkt hatten.
Was sonst passiert ist
Der Blog ist in die Datenbank gezogen. Nach zwei Jahren als Dateien. Grund war kein technischer, sondern Reibung: Ich konnte nur an einem Ort schreiben.
Eigene Metriken. Aufrufe, Dauer, Fehler, Verzögerung — verdichtet, ohne Personenbezug. Drei echte Funde, die über Beschwerden nie aufgefallen wären.
Ein Hörbuch-Bereich. Das Projekt des Jahres ohne Zweck, und das mit dem größten Spaßfaktor.
Medien in die eigene Hand. Nach kaputten Bildern in alten Beiträgen.
Die Lektionen
Ein Ziel ohne Prüfpunkt ist kein Ziel. Die wichtigste Erkenntnis des Jahres, und sie gilt weit über Vorsätze hinaus. Dasselbe Prinzip steckt in jeder Sicherung, die man prüft, und in jeder Zusicherung, die man messen kann.
Reibung ist ein besseres Argument als Eleganz. Zwei größere Umbauten dieses Jahres hatten denselben Auslöser: Ein Vorgang, den ich oft habe, war unbequem. Kein Leistungsproblem, keine Architekturdiskussion.
Systeme für eine Person sind eine eigene Kategorie. Kein Rechtekonzept, keine Freigaben, keine Nachvollziehbarkeit über Personen. Wer diese Dinge trotzdem baut, weil sie zum Vorbild gehören, baut ein Museum.
Was ich vor Jahren gelernt habe, kommt in anderen Kleidern zurück. Der Umgang mit fremden Begrenzungen, den ich 2020 an Discord gelernt habe, ist derselbe wie der Aufbau eigener. Die Trennung von Aufrufweg und Logik von 2020 ist der Grund, warum eine App möglich war.
Was 2026 kommt
Zwei Dinge zeichnen sich ab, und beide werden groß.
Erstens: ein ernsthafter Sicherheitsdurchgang. Nicht punktuelle Verbesserungen, sondern einmal alles durchsehen, aufschreiben, einstufen, abarbeiten. Ich rechne damit, dass ich Dinge finde, die mir nicht gefallen.
Zweitens: ein Umzug. Mein Aufbau ist über die Jahre gewachsen, und er ist an einigen Stellen nicht mehr das, was ich heute bauen würde. Mehrere Dienste auf einer Maschine, teils per Prozessmanager, teils in Containern, ohne einheitliches Verfahren. Ich liebäugele mit einem richtigen Server und einem Panel dafür.
Die Werkzeuge im Rückblick
Vier Werkzeuge sind dieses Jahr entstanden, und sie unterscheiden sich stark darin, wie viel sie tatsächlich einbringen.
Das Wiki — täglich benutzt, sobald es Inhalte hatte. Der Nutzen hing komplett davon ab, ob ich es fülle, nicht von der Technik.
Die eigenen Kennzahlen — selten angesehen, aber dreimal entscheidend. Ihr Wert liegt nicht in der täglichen Nutzung, sondern darin, dass sie Fragen beantworten können, die sonst unbeantwortbar wären.
Das Panel — mehrmals täglich für eine einzige Frage, und deshalb wertvoll.
Der Hörbuchbereich — von niemandem gebraucht und trotzdem das Projekt mit dem größten Lerneffekt.
Wenn ich daraus etwas ableite: Der Nutzen eines Werkzeugs korreliert nicht mit dem Aufwand, den es gekostet hat. Das Panel war der größte Brocken und ist am nützlichsten. Die Kennzahlen waren klein und haben mehr gefunden als alles andere. Der Hörbuchbereich war mittelgroß, nutzlos und lehrreich.
Der Punkt, an dem ich mich selbst nicht verstehe
Es gibt einen offenen Posten, der jetzt im dritten Jahr steht: der Zahlungsteil des Bezahlmodells.
Die Struktur ist fertig. Die Zustände sind durchdacht. Die Anbindung an einen Zahlungsanbieter wäre ein Wochenende.
Ich habe ihn dieses Jahr bewusst nicht als Ziel aufgeschrieben, sondern als „will ich gerade nicht" benannt — und das war ehrlicher als drei Jahre Wiederholung. Aber der Grund dahinter ist damit nicht verschwunden.
Er lautet, wenn ich ihn aufschreibe: Ich möchte nicht, dass dieses Projekt eine Verpflichtung mit Gegenleistung wird. Solange es kostenlos ist, ist meine Zeit ein Geschenk. Sobald jemand zahlt, ist sie eine Zusage.
Das ist keine technische Frage und auch keine, die man mit besserer Planung löst. Sie zu benennen ist alles, was ich dieses Jahr dazu geschafft habe — und vermutlich ist das schon der halbe Weg.
Was ich über Werkzeuge für einen selbst gelernt habe
Vier Werkzeuge in einem Jahr, alle nur für mich. Daraus ist eine Einschätzung geworden, wann sich so etwas lohnt.
Es lohnt sich, wenn ein Vorgang häufig ist und Reibung hat. Das Panel beantwortet eine Frage, die ich mehrmals täglich habe.
Es lohnt sich, wenn eine Frage sonst unbeantwortbar wäre. Die eigenen Kennzahlen werden selten angesehen und haben dreimal etwas gefunden, das anders nicht auffindbar gewesen wäre.
Es lohnt sich nicht, wenn es ein Vorbild nachbaut. Bei jedem meiner Werkzeuge gibt es Bereiche, die ich gebaut habe, weil ein vollständiges Werkzeug so etwas hat. Sie werden nicht benutzt.
Die Unterscheidung ist einfach zu treffen, wenn man ehrlich ist: Habe ich diese Frage schon einmal gehabt — oder stelle ich sie mir gerade, um den Bereich zu rechtfertigen?
Zum Schluss
Was mir beim Schreiben dieses Rückblicks aufgefallen ist: Fast alles, was ich dieses Jahr gebaut habe, war für mich selbst. Metriken, Panel, Wiki, Notizen. Kein einziges Feature für Nutzer von Bedeutung.
Vor drei Jahren hätte ich das als schlechtes Zeichen gesehen. Heute nicht mehr. Diese Werkzeuge sind der Grund, warum ich Sachen früher merke, schneller finde und weniger Angst vor Änderungen habe. Sie machen die Arbeit an allem anderen leichter — und das ist keine Selbstbeschäftigung, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Ein-Personen-Projekt über Jahre trägt.