Wo das Netzwerk heute steht
Eine Bestandsaufnahme nach sechs Wochen Aufbau: welche Server laufen, was eigen ist und was gekauft, was funktioniert und was noch offen ist. Und was ich aus diesen Wochen mitnehme.
950 Wörter · 5 Min. Lesezeit
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Vor sechs Wochen bestand mein Minecraft-Aufbau aus einem Bedrock-Server für sechs Freunde. Heute ist es ein Netzwerk aus mehreren Servern hinter einem gemeinsamen Eingang, mit eigenen Plugins, einem Laden, einer Kartenansicht, Statistiken und einer Dokumentation, die ich gerade schreibe.
Das ist ein guter Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme — nicht als Erfolgsmeldung, sondern als Zwischenstand mit offenen Punkten.
Was läuft
Ein gemeinsamer Eingang für Java und Bedrock. Wer sich verbindet, landet in der Lobby und wechselt von dort per Portal oder Befehl.
Eine Lobby mit einem gekauften Spawnbereich, der von einer neun Jahre alten Minecraft-Version auf die aktuelle gehoben wurde.
Ein Survival-Server mit der Welt, die ursprünglich auf Bedrock entstanden ist und konvertiert wurde.
Ein Server aus einem gekauften Paket, auf die aktuelle Version gehoben, mit zwei Plugins, die dabei auf der Strecke geblieben sind.
Ein Testserver, auf dem alles zuerst läuft.
Ein zweites, vollständig getrenntes Netz auf einer eigenen Maschine, ohne jede Verbindung zum Livebetrieb.
Dazu die Dienste drumherum: eine Kartenansicht über alle Welten, Spielerstatistiken mit eigener Oberfläche, ein Laden, eine gemeinsame Rechteverwaltung, Sicherungen mit Prüfung, Überwachung.
Was eigen ist und was gekauft
Diese Unterscheidung finde ich wichtiger als die Liste der Server.
Gekauft und eingesetzt: zwei Serverpakete, ein Spawnbereich, mehrere Gegenstandspakete, ein Shop-System, ein Lizenzpanel. Alles davon hat mir Wochen erspart, und bei jedem war der Aufwand für die Anpassung an mein Netzwerk größer als erwartet.
Selbst gebaut: das Plugin für Serverwechsel, Statistiken und Menüs. Ein Fork eines Formular-Plugins. Ein Fork des Statistik-Plugins. Ein Panel-Erweiterung für die Serverübersicht. Mehrere Werkzeuge für Pakete, Prüfungen und Umwandlungen. Und der Anfang eines zentralen Plugins, das mittelfristig einen Teil des fremden Stapels ersetzen soll.
Die Erkenntnis dazu: Der Anteil an eigener Arbeit ist gestiegen, aber nicht dort, wo ich es erwartet hätte. Nicht beim Spielinhalt — dort ist Gekauftes besser als alles, was ich bauen würde. Sondern bei allem, was mehrere Systeme verbindet. Genau dafür gibt es nichts zu kaufen, weil jedes Netzwerk anders aussieht.
Was noch offen ist
Der Reduktionsplan. Über fünfzig Plugins auf dem Hauptserver, Ziel ist etwa ein Viertel davon. Der erste Schritt ist die Dokumentation, die gerade entsteht.
Die Rechteprüfung am Portal. Die Wechselbefehle prüfen Rechte, der Weg durch ein Portal nicht. Solange kein Server wirklich gesperrt werden soll, ist das unkritisch — aber es steht als bekannter Punkt in den Notizen.
Vollständige Fehlerobjekte in Protokollen. Rund neunzig Stellen in meinen Webdiensten, seit dem Sicherheitsdurchgang bekannt und weiterhin offen.
Bedrock-Optik für dreidimensionale Objekte. Der Weg steht, die Umsetzung ist an einer Stelle noch unvollständig.
Was ich aus diesen Wochen mitnehme
Messen ist immer noch die Antwort. Drei der zeitraubendsten Fehler dieser Wochen — ein blinder Bauschalter, drei auseinandergelaufene Datenbanken, ein stillstehender Arbeiter — hatten dieselbe Form: Etwas hat nicht getan, was ich angenommen hatte, und es gab keine Rückmeldung darüber. Die Behebung war jedes Mal klein. Die Suche war jedes Mal lang.
Stille Fehlschläge sind das teuerste Fehlverhalten. Ein Absturz ist ein Geschenk im Vergleich zu einem Vorgang, der nichts tut und Erfolg meldet.
Der Ort der Fehlermeldung ist selten der Ort des Fehlers. Denselben Satz habe ich vor sieben Jahren nach meinem ersten Minecraft-Server aufgeschrieben. Er gilt unverändert, nur die Systeme sind größer.
Fremdes einzusetzen ist eine Entscheidung mit Folgekosten. Jedes gekaufte Paket, jedes fremde Plugin, jedes Update. Das ist kein Argument dagegen — es ist ein Argument dafür, die Kosten vorher zu benennen.
Die Werkzeuge, die aus diesen Wochen geblieben sind
Neben den sichtbaren Ergebnissen ist eine Sammlung kleiner Werkzeuge entstanden, die ich seitdem laufend benutze. Sie sind alle in unter einer Stunde entstanden und haben zusammen mehr Zeit gespart als jedes größere Vorhaben.
Eine echte Serverlisten-Abfrage. Beantwortet für jeden Spielserver, was er tatsächlich meldet — Version, Spielerzahl, Beschreibung, Bild. Ohne Client, ohne Neustart.
Ein Paketprüfer. Geht ein Texturenpaket durch und meldet fehlende Modelle und Texturen.
Ein Weltdurchsucher. Liest komprimierte Weltdaten und sucht nach Texten — für die Frage, ob irgendwo noch fremde Adressen in Schildern stehen.
Ein Vergleich der Datenbankstruktur. Frisch erzeugt gegen gewachsen.
Eine Prüfung der offenen Ports gegen eine erwartete Liste.
Was diese fünf gemeinsam haben: Sie messen den tatsächlichen Zustand, nicht den beabsichtigten. Genau das war in diesen Wochen die wiederkehrende Lücke — zwischen dem, was ich konfiguriert hatte, und dem, was passierte.
Was ich mir für die nächsten Monate vorgenommen habe
Kein neues System, bis das bestehende beschrieben ist. Der Anteil an Dingen, die nur ich verstehe, ist in sechs Wochen stark gewachsen. Das ist ein Zustand mit Verfallsdatum — spätestens dann, wenn ich zwei Wochen nicht hinsehe.
Die offenen Punkte in der Reihenfolge abarbeiten, in der sie weh tun. Nicht in der, in der sie mich stören. Das sind zwei verschiedene Listen, und die zweite ist die verlockendere.
Weiter messen statt vermuten. Die drei teuersten Fehler dieser Wochen hatten alle dieselbe Form: Etwas hat nicht getan, was ich angenommen hatte, und es gab keine Rückmeldung darüber.
Und ein Punkt, der nicht auf einer Aufgabenliste steht: wieder spielen. Ich habe in diesen Wochen ein Minecraft-Netzwerk aufgebaut und erstaunlich wenig Zeit darin verbracht, das zu tun, wofür es da ist. Das ist ein Muster, das ich von früheren Projekten kenne — und es ist der zuverlässigste Weg, sich an einem Hobby müde zu arbeiten.
Wie es weitergeht
Das Wiki fertigstellen. Danach die Reduktion, Schritt für Schritt, mit Messung dazwischen. Und die offenen Punkte abarbeiten, in der Reihenfolge, in der sie tatsächlich weh tun — nicht in der, in der sie mich stören.
Was ich mir vorgenommen habe: kein neues System, bis das bestehende dokumentiert ist. Ich habe in sechs Wochen mehr gebaut als in den zwölf Monaten davor, und der Anteil an Dingen, die nur ich verstehe, ist entsprechend gewachsen. Das ist ein Zustand mit Verfallsdatum.