Die Karte steht: verlassene Fabriken, stillgelegte Bahnhöfe, Heilstätten, Bunker. Was fehlt, ist der Teil, den keine Datenbank liefern kann — wie es dort heute aussieht. Ein Standort bleibt, wo er ist. Ein Zustand nicht.
Die Karte ist der leichtere Teil. Was zählt, ist der Zustand von heute: ob der Zugang noch offen ist, ob zugemauert wurde, ob jemand Wachdienst gesehen hat. Das steht in keiner Datenbank — das schreibt jemand auf, der da war.
Ein Eintrag von 2019 beschreibt den Ort von 2019. Deshalb ist unter jedem Ort Platz für die Besuche danach — mit Datum. Ein Satz wie „Nordtor seit dem Winter zu" beantwortet die Frage, die man sich vor der Abfahrt stellt und nicht danach.
Manche Orte halten keinen Besucherstrom aus. Die zeigt die Karte nicht dort, wo sie stehen, sondern 900, 2.500 oder 6.000 Meter daneben. Die Abweichung bleibt bei jedem Aufruf dieselbe — sonst ließe sie sich aus mehreren Aufrufen herausrechnen.
473 sind Militär und Bunker, 332 Fabrik und Industrie, 167 Schule und Verwaltung, 163 Bäder und Freizeitanlagen, 108 Hotels, 85 Kirchen, 78 Kliniken. Burgruinen, Gedenkstätten und Gelände in laufendem Betrieb sind ausdrücklich nicht dabei. Grundlage ist OpenStreetMap unter der ODbL.
Unbekannt, Neuling, Entdecker, Erkunder, Veteran, Experte. An jedem Bericht steht die Stufe dessen, der ihn geschrieben hat — eine Angabe zum Verfasser, keine zum Ort.
Die App kostet nichts. Wo du am Sonntag gefahren bist, wird nirgends zusammengezählt, weil es niemand aufzeichnet. Eine solche Liste hätte Leser, die du dir nicht ausgesucht hast.
Wer eine Frage zu einem Ort hat, schreibt den an, der zuletzt dort war. Kommentare mit Antworten, Direktnachrichten für gemeinsame Touren, und ein Strom mit allem, was neu dazukommt.
Ein Lost Place ist ein Bauwerk, das seine Nutzung verloren hat und sich selbst überlassen bleibt. Niemand heizt mehr, niemand repariert, niemand räumt auf. Ein stillgelegtes Sanatorium gehört dazu, eine geräumte Ziegelei, ein Bunker im Wald. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern der Stillstand: Der Ort wird nicht mehr gebraucht und nicht mehr gepflegt.
"Lost Place" klingt englisch, ist es aber nicht. Der Begriff ist ein Scheinanglizismus und im deutschen Sprachraum entstanden. Wer in England oder den USA von einem "lost place" spricht, erntet Rückfragen. Dort heißt die Sache urban exploration, kurz Urbex. Das ist mehr als eine Sprachnotiz: Wer nach fremdsprachigen Quellen, Karten oder Berichten sucht, kommt mit "urbex" weiter als mit der deutschen Wendung.
Die vier Wörter werden oft vermischt. Sie meinen Verschiedenes.
Wie sich das verteilt, zeigt der Bestand in der App. Auf der Karte stehen 2.390 Orte in Deutschland. Die größte Gruppe stellt mit 473 Einträgen Militär und Bunker, danach 332 aus Fabrik und Industrie, 167 aus Schule und Verwaltung, 163 Bäder und Freizeitanlagen, 108 aus Hotel und Gastronomie, 85 Kirchen sowie 78 Kliniken und Heilstätten. 912 Orte sind verlassene Gebäude ohne klar zuzuordnende frühere Nutzung.
Der Rest verteilt sich auf 123 Burgen und Befestigungen, 101 Schulen und Verwaltungsbauten, 66 sonstige Orte, 54 Kirchen und Friedhöfe, 46 Villen und Wohnhäuser, 29 Kliniken und Heilstätten sowie 26 Freizeitparks und Bäder.
Auch geografisch liegt der Bestand nicht gleichmäßig. 1.086 Orte liegen nördlich von 52,5 Grad, 1.336 zwischen 50 und 52,5 Grad, 825 südlich von 50 Grad. Die Grundlage stammt aus OpenStreetMap unter der Lizenz ODbL, ergänzt um eigene Einträge der Mitglieder.
Die Karte ist der Einstieg, nicht der Grund. 2.390 Orte in Deutschland sind eingetragen, gebündelt dargestellt, mit Satellitenansicht und Ortssuche. Ein langes Tippen legt einen neuen Ort an. Die Grundlage kommt aus OpenStreetMap unter der Lizenz ODbL, dazu kommen die Einträge der Mitglieder. Das allein beantwortet aber nicht, ob du die App brauchst.
Ein Ort verändert sich. Ein Foto von 2019 zeigt dir ein offenes Tor, das seit zwei Jahren zugemauert ist. Deshalb hat jeder Ort eine Zeitleiste aus Zustandsberichten: wer war wann da, was war anders als beim letzten Mal. Der Satz "war letzte Woche da, Nordtor inzwischen zugemauert" spart dir unter Umständen die ganze Fahrt. Er spart dir die Fahrt.
Es gibt sechs Stufen: Unbekannt ab 0 Punkten, Neuling ab 20, Entdecker ab 100, Erkunder ab 350, Veteran ab 1000, Experte ab 2500. Die Stufe ist kein Abzeichen, sondern ein Filter. Empfindliche Orte bekommen eine Schutzstufe und erscheinen für niedrige Stufen nur als Umkreis, mit einem Radius von 900, 2.500 oder 6.000 Metern. Manche erscheinen gar nicht. Wer den Umkreis sieht, weiß, dass dort etwas ist, aber nicht was und nicht wo genau.
Dazu passt der Umgang mit Fotos. Sie werden auf dem Server neu berechnet, dabei gehen die EXIF-Daten samt GPS-Position verloren. Ein hochgeladenes Bild verrät die Koordinaten also nicht, während die Karte sie noch verschleiert.
Zu jedem Ort gibt es Kommentare mit Antworten und eine Markierung für hilfreiche Beiträge. Dazu kommen Direktnachrichten und die Möglichkeit, anderen zu folgen. Fragen zu Zugang, Eigentümern oder Gefahrenstellen klärst du im Gespräch. Bei jedem Start stehen die Sicherheitsregeln.
Von den 2.390 Orten sind 473 Militär und Bunker, 332 Fabrik und Industrie, 167 Schule und Verwaltung, 163 Bäder und Freizeitanlagen, 108 Hotel und Gastronomie. Ob in deiner Nähe genug dabei ist, siehst du auf der Karte.
Punkte kommen aus Beiträgen: Kommentar +3, Bewertung +2, Besuch +5, Zustandsbericht +3, Foto +8, eingetragener Ort +15, freigegebener Ort +60. Die Stufe folgt den Punkten. Sie sagt etwas über den Verfasser aus, nichts über den Ort.
Die meisten Fragen drehen sich um vier Themen: Recht, Gefahr, Umgang mit den Orten und Umgang mit Daten. Hier stehen die Antworten so, wie wir sie selbst geben würden — auch dort, wo sie unbequem sind.
Das Betreten fremder Grundstücke und Gebäude ohne Erlaubnis ist in Deutschland in der Regel Hausfriedensbruch. Ein Ort ist nicht deshalb frei, weil er leer steht — auch eine Ruine hat einen Eigentümer. Legal wird die Sache erst mit Zustimmung des Berechtigten. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Wer es für einen konkreten Fall genau wissen will, fragt eine Anwältin oder einen Anwalt.
Im günstigsten Fall schickt dich jemand vom Gelände. Häufiger werden die Personalien aufgenommen, es folgt ein Platzverweis, manchmal eine Anzeige. Hausfriedensbruch verfolgt die Staatsanwaltschaft nur, wenn der Berechtigte einen Strafantrag stellt — das liegt also nicht bei dir. Teurer wird es, wenn Schlösser, Zäune oder Fenster beschädigt wurden oder etwas fehlt: Sachbeschädigung und Diebstahl zählen getrennt.
Ja. Zuständig ist der Eigentümer, bei Firmengeländen oft eine Verwaltung, bei Kommunen das Liegenschaftsamt. Wer höflich anfragt und sagt, wer er ist und was er vorhat, bekommt öfter ein Ja als erwartet, besonders für Fotografie ohne Veröffentlichung. Ein mündliches Ja hilft dir allerdings wenig, wenn später jemand anderes vor dir steht — lass dir die Zusage schriftlich geben.
Die ernsten Risiken sind unspektakulär: morsche Böden, offene Schächte, Asbest und Taubenkot in der Luft, Glas, herabfallender Putz, kein Empfang im Keller. Wer sich allein in einem Gebäude verletzt, das niemand betreten darf, wartet unter Umständen lange auf Hilfe. In der App trägt jeder Ort eine Gefahreneinstufung, ab Stufe 4 erscheint vor dem Öffnen ein Warnhinweis. Die Zustandsberichte anderer Mitglieder sind oft aktueller als jedes Foto — dort steht, ob ein Dach den letzten Winter überstanden hat. Die Sicherheitsregeln zeigt die App bei jedem Start.
Nichts Besonderes, aber konsequent:
Nicht in den Rucksack gehört Werkzeug, mit dem sich etwas öffnen lässt. Das verschiebt die Bewertung eines Besuchs erheblich.
Fotografieren für dich selbst ist meist unproblematisch. Beim Veröffentlichen kommen zwei Dinge dazu: Die Panoramafreiheit deckt nur Aufnahmen von öffentlich zugänglichen Wegen aus, und Bilder von privatem Grund ohne Erlaubnis können Ansprüche des Eigentümers auslösen. Zeig keine Menschen, die nicht zugestimmt haben, und keine Spuren früherer Nutzer: Namensschilder, Briefe, Akten. Auch das ist keine Rechtsberatung, sondern die Praxis, mit der man Ärger vermeidet.
Weil ein Ort, dessen Koordinaten frei kursieren, oft kurz darauf zugemauert, ausgeräumt oder abgebrannt ist. Den Schaden richten selten die Fotografen an, sondern die Masse danach: Sprayer, Metallsammler, Partys. Wer eine Adresse für sich behält, schützt keinen Geheimtipp, sondern die Bausubstanz. Zurückhaltung ist in dieser Szene deshalb keine Wichtigtuerei, sondern die Grundregel.
Jeder Ort hat eine Schutzstufe. Reicht die Stufe des Betrachters nicht für die genaue Position, zeigt die Karte statt eines Punktes einen Umkreis von 900 m, 2.500 m oder 6.000 m — immer denselben, damit sich der Ort nicht durch mehrmaliges Aufrufen einkreisen lässt. Besonders empfindliche Orte sind auf niedrigen Stufen gar nicht sichtbar. Es gibt sechs Stufen: Unbekannt ab 0 Punkten, Neuling ab 20, Entdecker ab 100, Erkunder ab 350, Veteran ab 1.000, Experte ab 2.500. Punkte kommen aus Beiträgen, etwa Zustandsberichten, Fotos und eigenen Orten.
Nicht durch Adresslisten, sondern durch Recherche. Die gängigen Wege, ohne dass jemand zu Schaden kommt:
abandoned, disused oder ruins filtert, bekommt eine erste Liste. Genau so ist übrigens auch der Grundbestand dieser App entstanden.Was nicht funktioniert: nach fertigen Koordinatensammlungen suchen. Was frei kursiert, ist meist längst zugemauert — genau deshalb hält sich die Szene zurück.
„Lost Place“ meint den Ort selbst: ein verlassenes Gebäude, eine stillgelegte Anlage. „Urbex“ kommt von urban exploration und meint die Tätigkeit, also das Erkunden. Der Ausdruck Lost Place ist dabei eine deutsche Erfindung; im Englischen heißt so ein Ort abandoned place. Viele benutzen beide Wörter gleichbedeutend — falsch ist das nicht, nur ungenau.
Nein. Auch verrostetes Werkzeug und liegengebliebene Akten gehören jemandem, das Mitnehmen ist Diebstahl. Davon abgesehen zerstört jedes entfernte Stück einen Teil dessen, weswegen andere den Ort besuchen. Die Regel lautet seit Jahrzehnten: nichts mitnehmen außer Fotos, nichts dalassen außer Fußspuren.
Ein gesetzliches Mindestalter fürs Betreten gibt es nicht, aber bei Minderjährigen kommen Aufsichtspflicht und Haftung der Eltern dazu. Dazu kommt die Praxis: Eine Gruppe Jugendlicher am Zaun wird anders wahrgenommen als zwei Erwachsene mit Kamera. Wichtiger als das Alter ist die Fähigkeit, eine Treppe oder eine Decke einzuschätzen und umzudrehen, wenn es nicht passt.
Zu zweit oder zu dritt ist deutlich sicherer: Einer bleibt bei dem, der durch den Boden gebrochen ist, einer holt Hilfe. Große Gruppen dagegen fallen auf, machen Lärm und werden unvorsichtig. Wenn du allein gehst, sag jemandem, wohin und bis wann — mit Ort und Uhrzeit, nicht mit „irgendwo in der Gegend“.
Die App kostet nichts. Für Android lädst du die APK direkt hier von der Seite; dafür musst du in den Android-Einstellungen die Installation aus unbekannten Quellen für deinen Browser erlauben. Eine Fassung fürs iPhone gibt es derzeit nicht. Werbung und Bezahlfunktionen gibt es keine.
Kein Tracking, keine Werbung, keine Weitergabe an Dritte. Hochgeladene Fotos rechnet der Server neu, dabei fallen sämtliche EXIF-Daten weg — auch die GPS-Koordinaten, die dein Handy in jedes Bild schreibt. Ein Foto verrät damit nicht mehr, als du selbst angibst. Gespeichert ist, was du bewusst einträgst: Orte, Zustandsberichte, Kommentare mit Antworten und „hilfreich“-Markierung, Direktnachrichten und wem du folgst.
Was hier steht, ist eine Einordnung für Laien und ersetzt keine Rechtsberatung. Vieles hängt am Einzelfall, und Denkmalschutz ist Landesrecht, also von Bundesland zu Bundesland verschieden.
Geschützt sind unter anderem Wohnungen, Geschäftsräume und das befriedete Besitztum: ein Grundstück, das durch Zaun, Mauer, Hecke oder ein vergleichbares Hindernis erkennbar gegen das Betreten gesichert ist. Strafbar macht sich, wer widerrechtlich eindringt oder trotz Aufforderung nicht geht. Ein Schritt über die Grenze genügt, ein Schaden muss nicht entstehen. § 123 StGB ist ein Antragsdelikt: Verfolgt wird in der Regel nur auf Strafantrag des Berechtigten, gestellt binnen drei Monaten. Die Entscheidung liegt also beim Eigentümer.
Eine offene Tür ist keine Erlaubnis. Es zählt der erkennbare Wille des Berechtigten, nicht der Zustand des Schlosses. Verbotsschild, Bauzaun oder vernagelte Fenster sprechen eine klare Sprache. Wer eine Öffnung erweitert, ein Brett löst oder ein Schloss aufdrückt, landet zusätzlich bei der Sachbeschädigung.
Auch ein verfallenes Gebäude gehört jemandem. Daraus folgt:
Die Verkehrssicherungspflicht trifft grundsätzlich den Eigentümer, sie ist aber abgestuft. Gegenüber jemandem, der unbefugt ein erkennbar einsturzgefährdetes Gebäude betritt, fällt sie gering aus. Gerichte rechnen in solchen Fällen regelmäßig ein hohes Mitverschulden an. Auch Kosten eines Rettungseinsatzes können je nach Landesrecht und Umständen auf dich zukommen.
Ohne Umfriedung greift § 123 StGB beim Grundstück oft nicht. Das Gebäude selbst bleibt geschützt. Fotografieren von öffentlichem Weg aus ist davon unberührt.
Für § 123 StGB ja. Denkmalschutz und Verkehrssicherung bleiben davon unberührt. Hol dir die Zusage möglichst schriftlich, mit Datum und Namen.
Die Polizei nimmt die Personalien auf, ein Strafantrag ist danach möglich. Angaben zur Person musst du machen, zur Sache nicht.
Die meisten Zwischenfälle an Lost Places haben mit Statik zu tun, mit Staub und mit Eile. Wer vorher weiß, was ihn erwartet, entscheidet in Ruhe, ob er hineingeht oder draußen bleibt.
Decken und Böden verlieren ihre Tragfähigkeit, lange bevor man das sieht. Holzbalken faulen von unten, Beton wird durch rostende Bewehrung mürbe. Prüfe jeden Schritt, bleib nah an tragenden Wänden und betritt keine Fläche, die nachgibt. Das zweite Problem sind Schächte: Aufzugschächte ohne Tür, offene Kanäle, Lichtschächte unter Laub, Montagegruben in Werkhallen. Dazu Glasbruch und vorstehende Metallteile, oft unter einer Schicht Schutt.
Asbest steckt in Bauten, die vor dem Verbot 1993 entstanden sind. Man muss zwei Sorten auseinanderhalten. Fest gebundener Asbest — Wellplatten, Bodenbeläge, Kleber — bleibt gebunden, solange nichts bricht. Schwach gebundener nicht: Spritzasbest an Stahlträgern, Leichtbauplatten und alte Rohr- und Kesselisolierungen geben Fasern schon durch Alterung und Zugluft ab. Ausgerechnet die stecken in Industriehallen, Kliniken und Verwaltungsbauten. Taubenkot ist der zweite unsichtbare Punkt. Aus trockenem Kot gelangen beim Aufwirbeln Erreger in die Atemwege, daher stammen Histoplasmose und Ornithose. Beides spricht für eine Maske und dagegen, Schutt mit dem Fuß aufzutreten.
In Industriebauten kommen Altlasten dazu: Fässer, Trafoöl, Säurereste, Tanks mit unklarem Inhalt. Lass sie zu.
Der dritte Punkt ist die Luft in Kellern und Bunkern. Dort kann Sauerstoff fehlen oder sich Gas gesammelt haben — geruchlos und ohne Vorwarnung. Eine Maske hilft dagegen nicht. Ein Filter hält Staub und Sporen zurück, er erzeugt keinen Sauerstoff. Das erste Anzeichen ist meist Benommenheit, und dann wird der Rückweg schwer. Geh nicht allein in Tiefgeschosse und nicht ohne jemanden, der oben bleibt.
Viele Grundstücke werden bewacht, manche mit Hund. Renn nicht weg. Bleib stehen, sei ansprechbar und geh, wenn man dich dazu auffordert.
Die wichtigste Regel kostet nichts. Nenne einer Person den Ort und die Zeit, zu der du dich zurückmeldest. Wer nach dir sucht, muss wissen, wo er anfängt. Die App zeigt dir die Sicherheitsregeln bei jedem Start erneut, damit sie nicht zur Gewohnheit werden, die man überliest.
Urbex hat keinen Verband und keine Satzung. Trotzdem gelten in der Szene überall dieselben Regeln. Sie stehen nirgends amtlich, aber jeder kennt sie.
Der Ablauf ist bei fast jedem Ort derselbe. Eine genaue Position wird öffentlich. Binnen weniger Monate ist der Ort ausgeräumt, besprüht und danach zugemauert. Zuerst verschwinden Metall, Armaturen und alles, was sich verkaufen lässt. Dann kommen die Farbdosen. Dann meldet ein Nachbar den nächtlichen Betrieb, der Eigentümer lässt Fenster und Türen verschließen oder reißt ab. Wer die Adresse teilt, gewinnt ein paar Bilder und kostet den Ort seine restliche Zeit.
Deshalb verschleiert die App Positionen, statt sie für alle offenzulegen. Wer einen Ort einträgt, legt eine Schutzstufe fest. Empfindliche Orte erscheinen für niedrige Stufen nur als Umkreis von 900 m, 2.500 m oder 6.000 m, oder sie werden gar nicht angezeigt. Genau wird ein Ort erst mit der eigenen Stufe: Unbekannt ab 0 Punkten, Neuling ab 20, Entdecker ab 100, Erkunder ab 350, Veteran ab 1.000, Experte ab 2.500.
Auch die Fotos verraten nichts. Jedes Bild wird auf dem Server neu berechnet. Dabei gehen die EXIF-Daten samt GPS-Position verloren, bevor das Foto jemand anderes zu sehen bekommt.
Für Android ist die App fertig. Fürs iPhone noch nicht. Sie wird direkt hier verteilt, nicht über die Stores. Ohne App geht es auch: im Browser gibt es alles, was das Netzwerk kann.
Läuft ab Android 7. Die Datei ist mit einem Entwicklerschlüssel signiert, nicht über den Store — Android fragt deshalb einmal nach.
Anders als Android lässt Apple keine freie Installation zu. Die App läuft deshalb über TestFlight, Apples eigenes Testprogramm — kostenlos und ohne dass du deine Gerätekennung irgendwo eintragen musst.